Die sozialen Funktionalitäten von Erwachsenenbildung und auch deren Selbstverständnis sind selbst Bestandteil des gesellschaftlichen Wandels und der Modernisierungsprozesse. Und dennoch zeigen sich, wenn schon kein stabiler Kern, robuste Elemente der erwachsenenbildnerischen Praxis und deren Diskurse. Dazu zählen etwa die lebensweiten und lebenstiefen Perspektiven der vielfältigen Angebote und die hohe Pluralität der Anbieter. Aber auch wechselhafte und widerläufige Elemente wie die voranschreitende Professionalisierung bei gleichzeitig wachsender Dienstleistungsorientierung oder der Anspruch freier Bildung unter der Erwartung öffentlicher Finanzierung mit dennoch wenig staatlicher Steuerung. Entsprechend kann von der Erwachsenenbildung wohl nicht gesprochen werden, sondern müssen vielmehr die wechselhaften Beziehungen zwischen der Bildungspraxis auf der Lehr-Lern- und Organisationsebene und der Gestaltung und Durchsetzung von Forderungen und Zielen in privaten oder öffentlichen Bereichen, der Politik eben, betrachtet werden. Einen solchen Blick auf Erwachsenenbildung eröffnet der gegenständliche Sammelband. Durch wissenschaftliche Analysen wird die idealisierte Troika von Praxis, Politik und Wissenschaft konkret und kritische Auseinandersetzung nicht in eine gesonderte Arena verwiesen, sondern als immanenter Anspruch erhoben. Dies erfolgt in historisch oder theoretisch informierter Weise , aber auch explizit mit bildungspraktischen Bezügen und Innovationen des Erwachsenenbildungssektors vorwiegend in Österreich.
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Kritisch sind wir hoffentlich alle: Erwachsenenbildung im Spannungsfeld von Subjekt, Arbeit und Gesellschaft
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Löcker Verlag (2019). Kritisch sind wir hoffentlich alle: Erwachsenenbildung im Spannungsfeld von Subjekt, Arbeit und Gesellschaft.